Pflege und Langzeiterfolg von Zahnimplantaten

Die richtige Pflege für eine lange Lebensdauer Ihrer Implantate

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Richtige Pflege für langfristigen Erfolg

Mit der richtigen Pflege können Implantate ein Leben lang halten

Anders als natürliche Zähne können Implantate nicht von Karies befallen werden. Dennoch ist eine sorgfältige Pflege unerlässlich, da das umliegende Gewebe entzünden kann (Periimplantitis), was langfristig zum Implantatverlust führen kann.

Tägliche Pflegeroutine

  • Gründliches Zähneputzen

    Mindestens zweimal täglich für 2-3 Minuten mit einer weichen bis mittelharten Zahnbürste. Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor sind besonders empfehlenswert.

  • Interdentalpflege

    Zahnzwischenräume und den Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch täglich mit Interdentalbürsten oder Zahnseide reinigen.

  • Spezielles Zubehör

    Bei Brücken oder komplexeren Konstruktionen können Superfloss oder spezielle Implantatreiniger hilfreich sein, um auch unter den Brückengliedern zu reinigen.

  • Mundspülungen

    Als Ergänzung (nicht als Ersatz) können antibakterielle Mundspülungen mit Chlorhexidin oder ätherischen Ölen verwendet werden.

Professionelle Pflege

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

    Mindestens zweimal jährlich zum Zahnarzt für Kontrollen. Bei höherem Risiko (Rauchen, Vorgeschichte mit Parodontitis) auch häufiger.

  • Professionelle Zahnreinigung

    Alle 6 Monate eine professionelle Zahnreinigung (PZR) mit speziellen Instrumenten für Implantate, die die empfindlichen Titanoberflächen nicht beschädigen.

  • Röntgenkontrollen

    In regelmäßigen Abständen (meist alle 1-3 Jahre) sollten Röntgenaufnahmen gemacht werden, um den Knochenzustand um das Implantat zu überprüfen.

  • Früherkennung von Problemen

    Bei ersten Anzeichen von Rötungen, Schwellungen, Blutungen oder Lockerungen sollte sofort der Zahnarzt aufgesucht werden, um beginnende Periimplantitis frühzeitig zu behandeln.

Die richtige Pflegetechnik

So pflegen Sie Ihre Implantate optimal

Zahnbürstentechnik

Die Bass-Technik ist besonders für Implantatträger empfehlenswert:

  1. Bürste im 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand ansetzen
  2. Leichte rüttelnde Bewegungen ausführen
  3. Anschließend mit einer Auswischbewegung vom Zahnfleisch zum Zahn reinigen
  4. Nicht zu viel Druck ausüben, besonders bei elektrischen Zahnbürsten

Empfohlene Zahnbürsten

  • Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor
  • Ultraschallzahnbürsten
  • Manuelle Zahnbürsten mit weichen bis mittelharten Borsten

Interdentalpflege

Besonders wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume und des Übergangsbereichs zwischen Implantat und Zahnfleisch:

  • Interdentalbürsten

    Kunststoffummantelte Interdentalbürsten sind ideal für Implantate, da sie die Implantatoberfläche nicht zerkratzen. Die Größe sollte dem Zwischenraum angepasst sein.

  • Zahnseide

    Spezielle Implantat-Zahnseide oder Flauschfäden sind besonders gut geeignet. Bei der Anwendung ein "C" um das Implantat bilden und vorsichtig unter dem Zahnfleischrand entlangführen.

  • Superfloss

    Bei Brücken oder Stegen besonders hilfreich, da es einen verstärkten Einfädelteil hat und unter die Konstruktion geführt werden kann.

  • Munddusche

    Als Ergänzung (nicht als Ersatz) zur mechanischen Reinigung kann eine Munddusche mit geringem Druck hilfreich sein.

Geeignete Zahnpflegeprodukte

Empfohlene Produkte

  • Zahnpasta mit niedrigem RDA-Wert (unter 50)
  • Fluoridhaltige Zahnpasta ohne aggressive Schleifkörper
  • Mundspülungen ohne Alkohol
  • Kunststoffummantelte Interdentalbürsten
  • Spezielle Implantat-Zahnseide

Zu vermeidende Produkte

  • Zahnpasta mit hohem RDA-Wert (stark abrasiv)
  • Zahnpasta mit Whitening-Effekt (oft zu abrasiv)
  • Metallische Interdentalbürsten ohne Kunststoffummantelung
  • Zahnbürsten mit harten Borsten
  • Stark alkoholhaltige Mundspülungen

Tipps von Experten

"Ein Implantat braucht mindestens genauso viel Pflege wie ein natürlicher Zahn. Tatsächlich ist die Verbindung zwischen Implantat und Knochen anfälliger für Entzündungen als bei natürlichen Zähnen, da die natürliche Barriere des Faserapparates fehlt."

- Prof. Dr. med. dent. Jürgen Becker, Implantologie-Experte

Periimplantitis: Die größte Gefahr für Implantate

Erkennen, behandeln und vorbeugen

Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gewebes um das Implantat, die unbehandelt zum Verlust des Implantats führen kann. Sie ist vergleichbar mit der Parodontitis bei natürlichen Zähnen, verläuft aber oft schneller und aggressiver.

Anzeichen erkennen

Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
Eiterbildung am Zahnfleischrand
Schlechter Geschmack oder Mundgeruch
Freiliegende Implantatteile
Beweglichkeit des Implantats

Risikofaktoren

Rauchen (erhöht das Risiko um das 4-5-fache)
Vorgeschichte mit Parodontitis
Diabetes mellitus
Unzureichende Mundhygiene
Fehlende keratinisierte Gingiva
Überlastung des Implantats

Behandlung

Frühzeitige Behandlung ist entscheidend
Professionelle Reinigung der Implantatoberfläche
Antiseptische Spülungen
Lokale oder systemische Antibiotika
Chirurgische Behandlung bei fortgeschrittenen Fällen
Optimierung der häuslichen Mundhygiene